Spurlos verschwunden - Die vergessene Odyssee der Verschleppten

Originaltitel:
Spurlos verschwunden - Die vergessene Odyssee der Verschleppten
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
52 min. , Farbe
Uraufführung:
14 March 2007, Arte
Literarische Vorlage:
Buch:
Produzent:
Kamera:
Schnitt:
Musik:
Darsteller (Rolle):
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Die "Heimkehr der Zehntausend" 1955 aus sowjetischer Gefangenschaft ist ein bedeutendes Ereignis der Nachkriegszeit. Ungefähr ein Drittel dieser Rückkehrer waren keine Kriegsgefangenen, sondern politische Opfer des Stalinismus. Hunderttausende wurden nach Kriegsende durch die Willkür der stalinistischen Justiz, als Arbeitssklaven oder als deutsche Waisenkinder in die Sowjetunion verschleppt. Wenig ist über die Schicksale dieser Menschen heute bekannt.
Anhand von neuem Archivmaterial, Film- und Fotoaufnahmen und persönlichen Berichten erzählt diese Dokumentation die Geschichten von Menschen, die aus ihrer Jugend gerissen wurden und deren Erfahrungen nur wenig Beachtung fanden.
Da ist beispielsweise Siegfried Jenker, der als 20-jähriger Leipziger Student 1951 von einem Militärtribunal in einem geheimen Prozess zu langjähriger Lagerhaft verurteilt wurde, da er Kritik an den Einheitwahlen in der DDR geübt hatte. Nicht einmal seine Eltern erfuhren etwas über seine Verhaftung. Nach Monaten wurde er nach Moskau und dann in ein sibirisches Straflager deportiert.
Auch Regina Hahn geriet mit 20 Jahren 1945 beim Einmarsch der Roten Armee in Beuthen in Oberschlesien zusammen mit 2.000 anderen Menschen in einen Transport, der in Kandalakscha am Polarkreis endete, wo sie einen unterirdischen Kanal eines Wasserwerks in den Granit treiben sollten. Über die Hälfte der Deportierten starb, auch Reginas Zwillingsschwester Resi.
Kafina Sinskamp wurde als deutsches Waisenkind in die Sowjetunion entführt und sowjetisiert. Sie wies sogar eine Suchanfrage ihrer leiblichen Eltern zurück. Heute bereut sie, dass sie Herkunft einst verleugnet hat.

Laut Schätzungen wurde 300.000 Menschen als menschliche Reparationsleistung in die Sowjetunion verschleppt. Man darf jedoch nicht aus den Augen verlieren, dass die Sowjets nicht die ersten waren, die solche Methoden anwandten: Zu Zeiten des Zweiten Weltkriegs waren drei Millionen Sowjetbürger zur Zwangsarbeit ins Deutsche Reich gebracht worden.

Literatur:
Michael Kroner. Deportation von Deutschen in die Sowjetunion. Zwangsarbeiter in der sowjetischen Wirtschaft (1945 - 1949). Wien: Österr. Landsmannschaft, 2005.
Bemerkungen:
Schätzungsweise wurden an die 300.000 Menschen im gesamten sowjetischen Besatzungsgebiet als eine Art menschliche Reparationsleistung in die Sowjetunion verschleppt.
Erhältlich: