Un Fils de notre temps

Originaltitel:
Un Fils de notre temps
Weitere Titel:
(Ein Kind unserer Zeit)
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
90 min. , Farbe
Uraufführung:
3 February 2003
Literarische Vorlage:
Ödön von Horvath. Ein Kind unserer Zeit. Amsterdam: Allert de Lange. 1938.
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Ein junger Mann lebt zu einer unbestimmten Zeit an einem unbestimmten Ort. Er steht vor einer ungewissen Zukunft. Gewiss ist nur, dass er unter keinen Umständen ein so mittelmäßiges Leben wie das seines Vaters führen möchte. Der Vater ist Kellner in einem Restaurant und kann die Begeisterung seines Sohnes fürs Militär nicht teilen. Trotzdem oder gerade deswegen verpflichtet sich der junge Mann, fünf Jahre bei der Armee zu dienen. Er ist zuversichtlich, dass er dort seinem Leben einen Sinn geben kann. Anfangs macht ihm die militärische Ausbildung Freude. Er fühlt sich gefordert und genießt den Nervenkitzel der Gefahr. Stolz darauf, eine Uniform zu tragen, bereitet er sich auf die große Bewährung an der Front vor. Kurz bevor er ausrücken muss, bemerkt er auf einem Rummelplatz eine junge Kartenverkäuferin. Sie geht ihm auch während der Zeit an der Front, als er die Grausamkeit des Krieges kennen lernt, nicht aus dem Kopf. Sein Einsatz wird jäh beendet, als er seinem angeschossenen Kommandanten zur Hilfe kommen will und dabei selbst verwundet wird. Der Heimkehrer überbringt der Frau des Kommandanten einen Brief und erfährt, dass sein Vorgesetzter bewusst in den Tod gegangen ist, um den Ekel an der Welt nicht länger ertragen zu müssen. Der junge Mann muss aufgrund seiner Verletzung aus dem Militärdienst ausscheiden. Seine Entlassung setzt einen Prozess der Enttäuschung und des Nachdenkens in Gang. Als er sich an die Frau vom Rummelplatz erinnert, beschließt er, sie zu suchen. Sie wurde als Kassiererin entlassen, weil sie schwanger war, hat ihr Kind ausgesetzt und sitzt nun im Gefängnis. Entrüstet sucht der junge Mann den ehemaligen Arbeitgeber der Frau auf und fordert Rechenschaft. Als dieser sich lediglich in Zynismus ergeht, kommt es zur Katastrophe.
Literatur:
Bemerkungen:
Mit der Niederschrift seines letzten Romans "Ein Kind unserer Zeit" hatte der österreichisch-ungarische Schriftsteller Ödön von Horvath (1901-1938) 1937 begonnen. Er erschien ein Jahr später, kurz nach dem Tod des Autors. Der Roman war nicht nur eine der ersten literarischen Auseinandersetzungen mit dem Wesen des Nationalsozialismus, sondern er nahm auch in beklemmender Weise die Gräuel des kommenden Krieges vorweg und zeigte die ihnen zugrunde liegende Inhumanität völkischer Ideologie auf.
Erhältlich: