Patton

Originaltitel:
Patton
Weitere Titel:
Blood and Guts, Patton: A Salute to a Rebel, (Patton - Rebell in Uniform)
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
171 min. , Farbe
Uraufführung:
4 February 1970, New York City
Literarische Vorlage:
Ladislas Farago. Patton: Ordeal and Triumph. New York: I. Obolensky, 1963.

Omar N. Bradley. A Soldier's Story. New York: Holt, 1951.
Produzent:
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Die filmische Biographie eines schwierigen Helden des US-Militärs: General George S. Patton, dem berühmtesten Panzergenerals des Zweiten Weltkriegs.
Patton wird zunächst in Nordarfika eingesetzt, nachdem Rommels Afrika-Korps amerikanischen Truppen eine schwere Niederlage zugefügt haben. Patton beginnt zu organiseren, er stellt um, sorgt für mehr Disziplin und gewinnt so die nächste Schlacht gegen die Deutschen. Zu seiner großen Enttäuschung erfährt er nach der Schlacht, dass sein Lieblingsgegner Rommel während der Kämpfe nicht an der Front war, sondern in Berlin weilte.
Seine nächsten Mission ist die Invasion Siziliens. Im Wettlauf mit seinem britischen Verbündeten Montgomery zieht Patton in Messina und Palermo ein, bevor die Briten dort ankommen. Doch hier kommt Pattons Karriere fast zu ihrem Ende. Bei der Besichtigung eines Hospitals, verliert er die Beherrschung, beschimpft und schlägt zwei Soldaten, die an Kriegsneurosen leiden, ohne körperliche Schäden davon getragen zu haben. Patton beschimpft sie als Feiglinge, beschuldigt sie nur zu simulieren, während ihre tapferen Kameraden weiterkämpfen.
Daraufhin wird er vorübergehend von seinen Aufgaben entbunden und verpflichtet, sich bei den beiden Gefreiten zu entschuldigen.
Während der nächsten Monate vor der Invasion in der Normandie, tritt Patton nur noch als Redner und Kommandeur der fiktiven First Army auf, ein Manöver zur Täuschung der Deutschen.
Erst anch der Invasion erhält Patton wieder ein Kommando. Mit seiner Dritten Armee kämpft er sich durch Frankreich bis nach Deutschland. Auch jetzt wird Patton wieder getrieben von seinem Verlangen endlich gegen Rommel zu kämpfen und seinem Ehrgeiz schneller vorzustoßen als Montgomery. Seinen Männern mutet er dabei die größten Belastungen zu.
Zahlreiche Nebenhandlungen illustrieren Pattons schwierigen Charakter, seine teilweise unkontrollierbaren Wutausbrüche, seine Angewohnheit Befehle zu ignorieren. Seine Verachtung für jedwede Form der Diplomatie führt dazu, dass er kurz nach Ende des Krieges als Oberbefehlshaber im besetzten Deutschland abgesetzt wird.
Literatur:
Lawrence H. Suid. Guts & Glory. The making of the American military image in Film. Lexington: University of Kentucky Press, 2002, 260-77.
Bemerkungen:
1971 für zehn "Oscars" nominiert, von denen er sieben gewann.

Für Produzent Frank McCarthy war der Film eine Herzensangelegenheit. Während des Krieges als Sekretär des Army Chief of Staff, General Marshall, hatte er Patton persönlich kennen gelernt. Er hielt ihn nicht nur für den erfolgreichsten Armeeführer der USA sondern hatte ihn als einen sehr theatralischen, großspurigen Menschen mit gleich „mehreren Achillisfersen“ erlebt - also ein idealer Charakter für einen Film.
Bevor er jedoch anfangen konnte, seinen Film zu drehen, wurde er auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Insgesamt 19 Jahre verhandelte er immer wieder der Familie Pattons und dem Defense Department. Lange Jahre weigerte sich die Familie das Projekt zu unterstützen, aus Angst Patton werde als ein „ständig fluchender, rülpsender, in der Nase bohrender Gorilla“ (so Tochter Ruth Totten) dargestellt, der gelegentlich gegenüber seinen Untergebenen handgreiflich wird. Das Defense Department wiederum zögerte sein Einverständnis zu geben, bevor nicht die Familie das Projekt unterstütze. Man wollte eventuelle Rechtstreitigkeiten von vorn herein ausschließen.
Anfang der 60er Jahre zog sich noch weiter Washington zurück, weil man sich gerade erst bei der Großproduktion „The Longest Day“ engagiert hatte.

Über die Jahre wurden Spencer Tracy, Burt Lancaster, Robert Mitchum, Rod Steiger, Lee Marvin und John Wayne für die Titelrolle gehandelt, bevor schließlich George S. Scott die Rolle bekam. Studioboss Daryll Zanuck hatte ihn vorgeschlagen, nachdem er Scott in „The Bible“ versteckt hinter Abrahams Bart gesehen hatte.

Die erste Drehbuchversion schrieb im Juni 1966 ein damals junger Absolvent der UCLA film school: Francis Ford Coppola. Edmund North erarbeitete die Endversion, die erstaunlich schnell in kaum fünf Wochen vom Department of Defense genehmigt wurde.
Zwei Szenen des ursprünglichen Skripts fehlen allerdings: eine Szene, in der Patton ein Konzentrationslager besichtigt, eine aus zahlreichen Wochenschauen bekannte historische Szene, sowie die Schlusseinstellung, in der die Kamera von Pattons Grab auf dem amerikanischen Soldatenfriedhof in Luxemburg langsam hochsteigt und den Blick auf alle 6000 Gräber der Angehörigen der 3. US Armee freigibt. Studioboss Zanuck hielt das für zu deprimierend.

Von den $12,5 Millionen, die der Film insgesamt kostete, gingen allein $6 Millionen an das spanische Militär für Personal und Material vor allem für die großen Schlachtszenen.

Gedreht wurde bei Pamplona, Almeira und Segovia in Spanien, die Landung Pattons in Sizilien wurde auf Kreta nachgestellt.
Erhältlich:
VHS, DVD, CD