Die Soldaten mit dem "halben Stern"

Originaltitel:
Die Soldaten mit dem "halben Stern"
Weitere Titel:
Hitler's Jewish soldiers, Hitlers jüdische Soldaten
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
90 min. , Farbe
Uraufführung:
Literarische Vorlage:
Bryan Mark Rigg. Hitlers jüdische Soldaten. Aus dem Amerikanischen von Karl Nicolai. Paderborn: Schöningh, 2003.
Buch:
Schnitt:
Musik:
Darsteller (Rolle):
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Als der Amerikaner Bryan Mark Rigg, damals Student der Geschichte, erfährt, dass seine Familie deutsch-jüdischer Herkunft ist, macht er sich auf den Weg nach Deutschland. Als er sich den Film "Hitlerjunge Salomon" ansieht, trifft er auf einen Mann, der ihm erzählt, dass es in der Wehrmacht sogenannte "Jüdische Mischlinge" gegeben habe, die an der Front gekämpft hatten.
Der Film erzählt nach, wie Rigg dieses Thema, das bisher von Historikern größtenteils ignoriert wurde, ab 1992 in Deutschland mehrere Jahre lang recherchiert. Etwa 150.000 Soldaten jüdischer Abstammung dienten damals in der deutschen Wehrmacht. Durch das Land reisend interviewt Rigg beteiligte Menschen und erhält Beweismaterial in Form von Briefen, Tagebüchern, Auszeichnungen und „Deutschblütigkeitserklärungen“. Diese Archivalien benutzt er für die Promotion über dieses Thema und zu dem inzwischen auf Deutsch erschienenem Buch „Hitlers jüdische Soldaten“.
Regisseurin Heike Mundzeck verwendete die Recherchen Riggs’ für ihren Film und wählte elf Zeitzeugen aus, die über ihr Schicksal erzählen. Es handelt sich bei ihnen überwiegend um so genannte „Mischlinge“, also „Halbjuden“ oder „Vierteljuden“, wie sie in der Naziterminologie heißen. Zumeist fühlten sie sich schon damals nicht mehr „jüdisch“, was erklärt, warum viele von ihnen die Situation, in der sie sich befanden, oft nicht realistisch einschätzten. Sie glaubten, durch Patriotismus und Tapferkeit beweisen zu können, dass sie keine „schlechteren Deutschen“ seien und wollten sich und ihre Verwandten durch den Dienst in der „Wehrmacht“ vor rassischer Verfolgung und Vernichtung schützen.
Des Weiteren wird von kränkenden Jugenderlebnissen, von Demütigungen in der "Wehrmacht", von ständiger Bedrohung durch Entdeckung und selbstbewusstem Nationalstolz berichtet. Und von Erlebnissen mit nicht-jüdischen Kameraden, vom Kampfgeschehen und von Judenmisshandlungen. Gleichzeitig berichtet der Film auch über die weithin unbekannte Praxis der „Arisierung“ von Soldaten jüdischer Herkunft durch Hitler als Oberbefehlshaber der „Wehrmacht“.
Literatur:
Bemerkungen:
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