The Life and Death of Colonel Blimp

Originaltitel:
The Life and Death of Colonel Blimp
Weitere Titel:
(Leben und Sterben des Colonel Blimp), Colonel Blimp
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
163 min. , Farbe
Uraufführung:
10 June 1943
Literarische Vorlage:
Musik:
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Geschichte zweier britischer Soldaten in vierzig Jahren unterschiedlichster Kriege. Die Rahmenhandlung spielt während einer Übung der Bürgerwehr, bei der Spud Wilson seinen Kameraden Clive Wynne Candy in einem türkischen Bad festnimmt - sechs Stunden vor dem eigentlichen Übungsbeginn. Candy beschwert sich, Wilson solle sich gefälligst an die Regeln halten, doch Wilson meint, dass moderne Kriegsführung Regeln überflüssig macht. Während Candy Wilson ein Standpauke hält, wird seine Geschichte in Rückblicken erzählt.
1902 während des Burenkriegs reist Candy nach Berlin, wo er auf den deutschen Propagandisten Theo Kretschmar-Schuldorff trifft, und ihn zum Duell herausfordert. Während die beiden sich von ihren Wunden erholen, die sie sich beim Duell zugefügt haben, freunden sie sich an. Candys Reisebegleiterin Edith Hunter eröffnet ihm, dass sie und Theo heiraten wollen. Erst in diesem Moment stellt Candy fest, dass er selbst in Edith verliebt ist. Während des Ersten Weltkriegs hält Candy an seiner ehrenhaften Vorstellung vom Krieg fest, die er schon im Burenkrieg für richtig hielt. Er heiratet Barbara, eine Krankenschwester die Edith sehr ähnlich sieht. Als Candy entdeckt, Theo als Kriegsgefangener in England ist, firschen die beiden ihre Freundschaft auf. Bei Beginn des Zweiten Weltkriegs hält sich Theo als Flüchtling in England auf, wohin er vor den Nazis geflohen ist. Er trifft den mittlerweile verwitweten Candy, der wegen seiner altmodischen Ansichten über Kriegführung aus dem Kriegsministerium entlassen wurde. Theo überzeugt Candy, der Bürgerwehr beizutreten. Doch nachdem er auf einer Übung völlig versagt, glaubt Candy, seinem Land nichts zu bieten zu haben. Theo jedoch versucht ihm zu erklären, dass der neue Krieg auch neue Wege der Kriegsführung erfordert, und dass Candy als herausragendes Beispiel britischen Soldatentums seinem Land immer noch von Nutzen sein kann.
Literatur:
A.L. Kennedy. The life and death of Colonel Blimp. London: British Film Institute, 1997.
Bemerkungen:
Da das Drama, die Britischen Streitkräfte dafür kritisiert, nicht an die neuen Realitäten des Zweiten Weltkriegs angepasst zu sein, verursachte der Film bei seinem Erscheinen eine grosse Kontroverse. Die britische Regierung verweigerte den Filmemachern jegliche Kooperation, untersagte den Gebrauch militärischer Ausrüstung und den Einsatz militärischen Personals. Powell und Pressburger wurden beschuldigt, deutschfreundlich zu sein, weil sie Theo, den exilierten Deutschen im Film, als zu symphatisch dargestellt hatten. Die Regierung griff sogar öffentlich die Finanziers des Films heftig an. Endlich fertiggestellt, wurde dem Film die Export-Lizenz für die USA bis 1947 verweigert, um dann auch noch auf zunächst 140 und später 120 Minuten zusamen geschnitten zu werden. Erst 40 Jahre danach sollte die Originalfassung in den USA zu sehen sein.

Umfangreicher Artikel aus den „Powell & Pressburger Pages“ (in englisch):
http://www.powell-pressburger.org/Reviews/43_Blimp/Blimp02.html
Erhältlich:
VHS, DVD