In den zwanziger und dreissiger Jahren war Kurt Gerron ein bekannter und beliebter Schauspieler, Regisseur und Cabaretstar. Er spielte an der Seite von Marlene Dietrich im „Blauen Engel“, in Erstaufführung von Brechts und Weills „Dreigroschenoper“ und führte bei einer Reihe von Musicalfilmen selbst Regie.
Doch Gerron war auch Jude, und obwohl er nach den ersten nationalsozialistischen Progromen vorausschauenderweise nach Amsterdam floh, wurde er nach dem Fall der Niederlande zurück nach Deutschland deportiert. Abgeschnitten von seinen frühreren Kollegen wie Billy Wilder oder Peter Lorre, die in die USA ausgewandert waren, spielte Gerron nun in üblen Nazi Propagandafilmen wie „Der ewige Jude“ und wurde schließlich gezwungen für „Theresienstadt - Der Führer schenkt den Juden eine Stadt“ Regie zu führen. Gerron drehte einen unglaublichen Propagandastreifen, in dem Konzentrationslager als sicherer hafen für jüdische Flüchtlinge gepriesen wurden. Die Belohnung für diesen Film: Gerron wurde selbst deportiert und am 28. Oktober 1944 in den Gaskammern umgebracht.