In Kambodscha fanden 1999 die Verlegearbeiten für das erste Glasfaserkabel Südostasiens statt. Diese "Informationsautobahn", mit der der Anschluss an die Weltwirtschaft angestrebt wird, soll mit Europa vernetzt werden und - der Seidenstraße folgend - auch China einbinden. In Kambodscha musste für das kaum daumendicke Kabel ein Graben ausgehoben werden, der von der thailändischen bis zur vietnamesischen Grenze reicht. Viele Kambodschaner - arme Bauern, aus der Armee entlassene Soldaten und Familien ohne Einkommen - fanden auf dieser Großbaustelle Arbeit. Rithy Panh beobachtet eine mittellose kambodschanische Familie - eine Frau, ihren Mann, einen Kriegsversehrten sowie ihre sieben Kinder, von denen das Älteste gerade zehn Jahre alt ist, bei den Arbeiten. Bei den Arbeiten stoßen sie immer wieder auf Minen, aber vor allem aber auf die Überreste der Millionen von Toten, Opfer des Indochina-Krieges und des Pol-Pot-Regimes, die nicht bestattet werden konnten und deren Seelen nach buddhistischem Glauben herumirren und die Überlebenden verfolgen. Und je weiter der Graben mit Spaten, Hacken oder bloßen Händen vorangetrieben wurde, desto deutlicher machte er auch die Angst der Menschen, die in großer wirtschaftlicher Not um ihre Arbeit fürchteten. Mit dem Kabel als Symbol der Verbindung von Vergangeheit und Gegenwart fragt Regisseur Panh: können sich diese Menschen jemals mit den erlittenen Verlusten abfinden und kann die kombodschanische Identität wiederbelebt werden?