Unter falscher Flagge

Originaltitel:
Unter falscher Flagge
Weitere Titel:
Under False Flag
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
96 min. , schwarz / weiss
Uraufführung:
12 Febuary 1932, Berlin, Ufa-Palast am Zoo
Literarische Vorlage:
Max Wilhelm Kimmich. Unter falscher Flagge.
Produzent:
Schnitt:
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Hauptmann Frank, deutscher Nachrichtenoffizier, wird an der Ostfront bei einem Erkundungsflug abgeschossen und schwer verwundet in ein Feldlazarett gebracht. Wochenlang ringt er mit dem Tode und wird von Schwester Maria aufopfernd gepflegt, die ihn auch bei seinem Transport in die Heimat im Lazarettzug begleitet. Frank hat sich in Maria verliebt und bittet sie, seine Frau zu werden. Sie werden kriegsgetraut und verleben einen kurzen Urlaub, der durch die Abberufung Franks aber unterbrochen wird. Er muß nach Berlin zurück, wo ihm eine besondere Mission vom Geheimdienst übertragen wird. Die Oberste Heeresleitung plant einen großen Angriff an der Ostfront und Frank wird von Oberst Seefeld zum Leiter der Spionageabwehr gegen Rußland ernannt. Die Russen haben Lunte gerochen, daß sie angegriffen werden sollen und setzen alles in Bewegung, um in den Besitz der deutschen Aufmarschpläne zu kommen. Hauptmann der russischen Spionage und der gefürchtetste Spion ist ein gewisser Sulkin, den man aber bisher nicht fassen konnte. Gegen diesen Sulkin, der angeblich in Berlin eingetroffen ist, richten sich hauptsächlich Franks Manöver. Franks Assistenten in diesem Kampf hinter der Front sind Hauptmann Weber und Kommissar Schulz. Maria sieht diesen Besuch mit gemischten Gefühlen entgegen. Sie kauft Blumen für die Wohnung bei Jancke, bei dem sie ständig Kundin zu sein scheint und der sie mit größter Zuvorkommenheit bedient. Weber kommt mit Frank in die Wohnung! Maria scheint etwas befangen und Weber grübelt vergeblich nach, wo er sie schon gesehen haben könnte. Seine Bedenken zerstreuen sich aber sehr rasch und nach dem Essen ziehen sich die Offiziere zu einer Besprechung zurück, der Maria vom Nebenzimmer aus zuhört. Plötzlich erscheint Kommissar Schulz sehr aufgeregt und teilt mit, daß die ersten Spuren von Sulkin gefunden sind. Sie haben das Blumengeschäft von Jancke aufgehoben, das eine Spionagezentrale war und gewisse Anzeichen von Sulkins Aufenthalt gefunden. Maria hört zu und bricht ihr Klavierspiel erschrocken ab. Weber und Schulz haben nach fieberhafter Tätigkeit herausgefunden, daß Maria mit Sulkin irgendwie in Verbindung steht. Ehe sie aber ihrer Sache nicht sicher sind, wollen sie diese Tatsache vor Frank geheimhalten und seine Ehe nicht zerstören. Weber ist nahe daran, Maria zu entlarven und verabredet zu diesem Zweck eine zwanglose Zusammenkunft in der Marabu-Bar. In dieser Bar tritt Marias Bruder auf, den sie jahrelang nicht gesehen hat und der von ihr, seit sie Spionin ist, nichts mehr wissen will. Sie hat ihn einmal besucht und ihm alles erzählt. Dieses Gespräch ist von russischen Agenten belauscht worden und wird dem Jungen zum Verhängnis. Der Abend in der Bar wird sehr ereignisreich. Es gelingt Schulz, sich in den Besitz eines von Maria immer getragenen Schmuckstückes zu setzen und darin Beweise ihrer Schuld zu finden. Ein kleines mit Geheimzeichen beschriebenes Papier ist darin verborgen. Gleichzeitig merkt Weber, daß man einen Wachsabdruck seiner Schlüssel zum Geheimschrank gemacht hat. Er eilt auf die Straße, zum nächsten Telephonhäuschen, doch bevor er die Zentrale benachrichtigen kann, wird er von den Russen erschossen. Frank sitzt noch mit Maria in der Bar, er wird von Schulz benachrichtigt und eilt an die Mordstelle. Maria entfernt sich unbemerkt und flieht aus der Stadt, ehe man ihre Verfolgung aufnehmen kann. Frank bricht unter der Entdeckung, daß Maria mit Sulkin identisch ist, fast zusammen. Er rafft sich aber auf und bittet Oberst Seefeld um eine ganz schwierige Aufgabe, bei der er wahrscheinlich den Tod finden wird. Maria ist unterdessen unter größten Schwierigkeiten durch die deutschen Linien an die russische Front gekommen, sie hat ihre Aufgabe glänzend gelöst, bittet aber, sie nie mehr als Spionin zu verwenden. Sie leidet darunter, daß sie Frank verraten hat und wartet auf den Augenblick, wo sie alles wieder gutmachen kann. Ein russischer Oberst, der erkennt, warum Maria nicht mehr arbeiten will, versucht, sie für die Spionage zurückzugewinnen, indem er ihr erzählt, Frank habe ihren Bruder erschiessen lassen. Seine Berechnung war richtig. Maria will den Tod des Bruders rächen und stellt sich wieder dem Geheimdienst zur Verfügung. Die Russen habe Warschau besetzt und planen einen Vormarsch. Frank, als russischer Hauptmann verkleidet, kommt dort an und wird von den schon länger anwesenden Agenten mit dem nötigen Material versehen. Anstatt sofort wieder abzufahren, läßt er sich überreden, einen Ball, der an demselben Abend stattfindet, mitzumachen, um noch einige Informationen zu erlangen. Niemand hat gegen den russischen Hauptmann Verdacht, und er kommt unangefochten in die Festräume. Maria ist von der Anwesenheit eines deutschen Spions informiert worden und erkennt zu ihrem größten Schrecken Frank in der russischen Uniform. Beide stehen sich gegenüber, beide sind eisige Abwehr. Dann tanzen sie miteinander. Nach ein paar Worten klärt Frank das Mißverständnis auf, daß er nicht ihren Bruder erschossen hat. Maria erschrickt, denn in wenigen Minuten wird man Frank verhaften. Sie blufft nun die auf der Lauer liegenden Russen, bringt Frank im Auto des Generals zu seinem im Wald versteckt liegenden Flugzeug, mit dem er sofort abfliegt. Sie selbst wird von den Frank verfolgenden Kosaken angeschossen, verliert die Kontrolle über das Auto und stürzt mit dem Wagen in einen Abgrund.
(www.friedrich-wilhelm-murnau-stiftung.de)
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