Die Urteile des Hauptkriegsverbrecherprozesses vor dem Internationalen Gerichtshof in Nürnberg wurden am 30. September und 1. Oktober 1946 verkündet.
Unter den Angeklagten waren auch der "Architelt des Führers", Albert Speer und der Herausgeber der Hetzzeitschrift "Der Stürmer", Julius Streicher. Speer wurde als "guter Nazi", der alle Kriegsverbrechen eingeräumt hatte, zu 20 Jahren Haft verurteilt. Ob er tatsächlich moralische Schuld empfand, oder diese nur vorspielte, ist bis heute umstritten, in späteren Inteviews jedenfalls zeigte er sich reumütig. Seine Erinnerungsbücher, geschrieben im Gefängnis, wurden weltweit zu Bestsellern. Der Historiker Joachim Fest hat sich intensiv mit Speers Rolle und Charakter auseinandergesétzt.
Julius Streicher, der Judenhetzer, gehörte zu den sehr einflussreichen Persönlichkeiten im Dritten Reich, obgleich Joseph Goebbels oder Hermann Göring ihn verachteten. Als Herausgeber der antisemitischen Wochenschrift "Der Stürmer" war er verantwortlich für schlimme Hetzpropaganda.