Beutekameraden - Polnische Soldaten in der deutschen Wehrmacht.

Originaltitel:
Beutekameraden - Polnische Soldaten in der deutschen Wehrmacht.
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
52 min. , Farbe
Uraufführung:
17 September 2003, arte-tv
Literarische Vorlage:
Regie:
Buch:
Produzent:
Kamera:
Schnitt:
Musik:
Darsteller (Rolle):
Weitere Personen:
Zusammenfassung:
Bereits kurz nach der Kapitulation Warschaus am 27. September 1939 begannen die deutschen Besatzungsbehörden, mit einer umfassenden Einwohner- und Wehrerfassung. Um die Verbände der deutschen Wehrmacht aufzufüllen, wurden etwa 250.000 junge Polen zu „Volksdeutschen“ erklärt und eingezogen, viele direkt aus der geschlagenen polnischen Armee. Die von den deutschen Soldaten als „Beutekameraden“ bezeichneten, wurden gezwungen, in einer fremden Armee, in einem Krieg, der nicht der ihre war, gegen ihre eigenen Überzeugungen in Frankreich und Russland zu kämpfen. Das Vertrauen der Deutschen in die „erbeuteten Kameraden“ war wohl nicht allzu groß. Um möglichem Widerstand vorzubeugen, teilte die Heeresführung die polnischen Soldaten lediglich in kleinen Gruppen den einzelnen Truppenverbänden zu. Regisseur Gropper bat Zeitzeugen, von ihren Erlebnissen zu erzählen, zu denen auch die gesellschaftliche Ächtung als Verräter nach dem Krieg gehört. Erst als 1989 das kommunistische Regime die Macht verliert, und die alternden Betroffenen um Rentenzahlungen streiten müssen, gehen sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit.
Literatur:
Bemerkungen:
Produziert für den MDR und arte.

Rainer Braun urteilte in der taz: „Es ist Gropper hoch anzurechnen, dass er sich diesem bislang weitgehend tabuisierten Thema sehr behutsam und zugleich sorgfältig nähert. Fernab der konfektionierten Dramatik der NS-History-Factory eines Guido Knopp sind seine Zeitzeugen in der Koproduktion von Arte und MDR statt Stichwortgebern Menschen, denen der Autor mit Respekt begegnet und zuhört. Indem er auch den historischen Kontext des Vielvölkerstaates mit seiner leidvollen Geschichte skizziert, ist ihm ein leiser, sehenswerter und bewegender Dokumentarfilm gelungen, der klug auf die Aussagekraft der alten Männer mit ihren leidvollen Biografien und das von ihm zusammengestellte Bildmaterial vertraut“.
Erhältlich: