Bereits kurz nach der Kapitulation Warschaus am 27. September 1939 begannen die deutschen Besatzungsbehörden, mit einer umfassenden Einwohner- und Wehrerfassung. Um die Verbände der deutschen Wehrmacht aufzufüllen, wurden etwa 250.000 junge Polen zu „Volksdeutschen“ erklärt und eingezogen, viele direkt aus der geschlagenen polnischen Armee. Die von den deutschen Soldaten als „Beutekameraden“ bezeichneten, wurden gezwungen, in einer fremden Armee, in einem Krieg, der nicht der ihre war, gegen ihre eigenen Überzeugungen in Frankreich und Russland zu kämpfen. Das Vertrauen der Deutschen in die „erbeuteten Kameraden“ war wohl nicht allzu groß. Um möglichem Widerstand vorzubeugen, teilte die Heeresführung die polnischen Soldaten lediglich in kleinen Gruppen den einzelnen Truppenverbänden zu. Regisseur Gropper bat Zeitzeugen, von ihren Erlebnissen zu erzählen, zu denen auch die gesellschaftliche Ächtung als Verräter nach dem Krieg gehört. Erst als 1989 das kommunistische Regime die Macht verliert, und die alternden Betroffenen um Rentenzahlungen streiten müssen, gehen sie mit ihrer Geschichte an die Öffentlichkeit.