Hamburger Hill

Originaltitel:
Hamburger Hill
Produktionsland / Jahr:
Originallänge:
112 min. , Farbe
Uraufführung:
28 August 1987
Literarische Vorlage:
Regie:
Schnitt:
Zusammenfassung:
1969: Die Bravo Company der 101st Airborne Division kämpft im Ashuna-Tal gegen die Truppen des Vietcong. Auf der Generalstabskarte hieß der Hügel lapidar „Nr. 937“. Doch die GI's nennen ihn zynisch „Hamburger Hill“ - weil ihre Kameraden dort vom Vietcong zu „Hackfleisch“ verarbeitet wurden. Innerhalb von 10 Tagen sterben 420 Soldaten bei den Versuchen einen Hügel zu stürmen, der strategisch keine Bedeutung hat.
Literatur:
Michael Pursell. „Full Metal Jacket: The unravelling of patriarchy“. In: LFQ 16 (1988), 4, 218-225.
Bemerkungen:
Regisseur Carabatsos - selbst Vietnam Veteran - sieht seinen Film als den ersten Vietnamfilm, der den Krieg aus der Sicht des einfachen G.I.s zeigt. Im Gegensatz zu „Platoon“ oder „Full Metal Jacket“, die er als politische Filme betrachtet, mit denen Stone und Kubrick ihre politischen Überzeugungen transportieren wollten, habe er einen Film über Soldaten machen wollen: „Ich wollte keinen 19jährigen Soldaten opfern, nur um meine politischen Ansichten zu präsentieren“.
Er glaubte, dass die meisten anderen Vietnam Filme nicht das Geringste mit dem zu tun haben, was tatsächlich geschehen sei. Stattdessen würden sie den Familien der Soldaten weismachen, ihre Söhne, Väter und Männer seien allesamt zu Irren und Psychopathen geworden. „Hamburger Hill“ hingegen solle zeigen, dass die Männer in Vietnam genauso tapfer und unerschrocken gekämpft haben, wie etwa ihre Vorgänger in Iwo Jima.
Zehn Jahre lang arbeitete Carabatsos an Drehbuch und Finanzierung. Die Army sicherte schließlich ihre Unterstützung unt er der Bedingung zu, dass aus dem urpsrünglichen Script einige Bordellszenen gestrichen würden, sie beanstandete die übermäßige Flucherei und verlangte, dass die die Einblendung „War es das wert?“ aus dem Schlussbild entfernt würde.
Die Kritiker beklagten, dass der Film seine auf eine Gruppe Soldaten beschränkte Perspektive an keiner Stelle öffne. Der Sinn des Krieges in Vietnam werde zu keinem Zeitpunkt reflektiert, keiner der Soldaten mache sich jemals Gedanken, wofür er eigentlich in Vietnam sei.
„Platoon“ war ein großer Erfolg, weil das Publikum auf einen „realistischen“ Vietnam Film gewartet hatte. Als „Hamburger Hill“ acht Monate danach in die Kinos kam, schien das Verlangen noch mehr Kriegsrealität auf der Leinwand zu sehen weitgehend erschöpft zu sein - jedenfalls blieben die Zuschauerzahlen deutlich hinter Stones Film zurück.
Erhältlich:
VHS, DVD